Von einer E-Learning-Plattform zu einem 3in1-Tool für Arbeitssuchende.
Gojara startete zunächst als E-Learning-Plattform für Arbeitssuchende, wobei die Arbeitsämter die Hauptkundschaft waren.
Kurz nach dem Start entschieden sich die Gründer jedoch dafür, den Zugang direkt auf die Endnutzer auszuweiten. Mit diesem strategischen Schwenk führten sie wichtige neue Funktionen ein und machten die Plattform von einem reinen E-Learning-Portal zu einer vielseitigen 3-in-1-Ressource für Arbeitssuchende.
Eine schnelle Markteinführung hatte für meinen Kunden Priorität, der ein Minimum Valuable Product (MVP) schnell auf den Markt bringen wollte, um es potenziellen Investoren zu präsentieren.
Für das Projekt standen insgesamt 38 Stunden zur Verfügung, so dass die Zeit effizient genutzt werden musste, um innerhalb dieses engen Zeitrahmens ein funktionales und vorzeigbares MVP zu erstellen.
Nachdem ich zuvor mit dem Kunden bei der Umstrukturierung der E-Learning-Inhalte zusammengearbeitet hatte, wurde ich gebeten, ein Konzept für den Bewerbungshelfer zu entwickeln.
Dieses Tool soll Arbeitssuchenden helfen, schnell und gezielt Bewerbungen für bestimmte Stellenangebote zu verfassen, indem es die Möglichkeiten der GPT-Technologie nutzt.
Als UX/UI-Consultant war ich unter anderem für die Konzeption von User Flows, Wireframes und High-Fidelity-Screens sowie für die Erstellung eines einfachen Click-Through-Prototyps zur Demonstration zuständig.
Darüber hinaus habe ich mich auf die Erstellung und Verfeinerung der Prompts für GPT konzentriert, um personalisierte, hochwertige Anschreiben zu erstellen.
Wir haben das MVP mit dem Bewerbungshelfer und dem Lebenslauf-Generator erfolgreich und termingerecht eingeführt. Dieser rechtzeitige Start ermöglichte es dem Kunden, sich selbstbewusst an mehreren bedeutenden Pitching-Runden mit Investoren zu beteiligen. Obwohl diese Runden noch nicht abgeschlossen sind, war die erste Resonanz sehr vielversprechend.
Das Projekt ist derzeit zwar öffentlich zugänglich, wurde aber noch nicht aktiv vermarktet. Wir sind dabei, umfassende Daten zu sammeln, die für die weitere Verfeinerung und Verbesserung unserer Plattform entscheidend sein werden, während wir uns auf eine breitere öffentliche Freigabe vorbereiten
Aufgrund der Dringlichkeit, so schnell wie möglich eine funktionsfähige Live-Version zu haben, wählten wir für dieses Projekt einen agilen Ansatz, der einen schnellen Übergang vom Konzept zur endgültigen Lösung vorsah. Dieser Ansatz erforderte pragmatische Entscheidungen während des gesamten Prozesses.
Die bisherige Sitemap war ausschliesslich auf E-Learning ausgerichtet.
In der neuen Version wurde ein Hub hinzugefügt, das man über die Hauptnavigation erreichen kann. Ein Hub dient als Überblick- und Verwaltungsseite für die die beiden neuen Feature, den Lebenslaufgenerator und den Bewerbungshelfer.
Die Hauptseite des E-learnings bleibt hier zugleich Home.
Der Bewerbungshelfer führt die Nutzer durch eine Reihe von Schritten, um eine Bewerbung zu erstellen, die nicht nur auf eine bestimmte Stellenausschreibung abgestimmt ist, sondern auch die Fähigkeiten und Wünsche des Bewerbers berücksichtigt.
Um diesen Prozess auf einer allgemeineren Ebene zu diskutieren, habe ich einen User Flow als Referenz für unser Team erstellt.
Dieser Flow verdeutlicht, dass der Nutzer mindestens einen Lebenslauf mit dem CV-Maker erstellt haben muss, um den Bewerbungshelfer nutzen zu können.
Um diese Darstellung zu vereinfachen wurde der User Flows innerhalb des Bewerbungshelfers hier durch eine graue Box ersetzt.
Der folgende User Flow bietet eine detailliertere Ansicht der grauen Box aus dem vorherigen User Flow. Er veranschaulicht die spezifischen Schritte, die der Benutzer unternehmen muss, um eine personalisierte Bewerbung zu erstellen, einschliesslich Systemprüfungen und Wartezeiten.
Das für den Lebenslauf-Generator zuständige Team hatte bereits einen grundlegenden Style Guide erstellt. Das machte es mir leicht, beide Tools miteinander zu kombinieren.
Ich habe die vorhandenen Elemente verwendet und bei Bedarf neue hinzugefügt. Also ging ich direkt zu einer detaillierteren Version über.
Ich möchte drei Seiten ausführlicher besprechen
Das Hub dient als Übersicht- und Verwaltungsseite für Lebensläufe und Bewerbungen. Der Nutzer kann auch andere wichtige Dokumente hochladen, wie Zertifikate oder Arbeitszeugnisse, um sie später schnell und unkompliziert seinen Bewerbungen hinzuzufügen.
Eine neue Bewerbung zu erstellen ist die Hauptaktion der Seite, da dies im Normalfall auch die häufigste Anwendung ist.
Bei der Gestaltung des ersten Bildschirms für den Bewerbungshelfer war die Einfachheit unser Hauptziel.
In dieser ersten Version, hatten wir vorgesehen nur die Eingabe einer URL anzubieten. Dem Benutzer wird erste dann ein Textfeld, für das direkte Einfügen einer Stellenanzeige, angezeigt, wenn die Analyse der URL fehlschlägt,.
Dieser Schritt soll als Kick-Off, der den Prozess anstösst, wahrgenommen werden und nicht als erster Schritt in einer Schrittabfolge.
Daher haben wir beschlossen, ihn nicht als Teil des Fortschrittsbalken darzustellen.
Der Aufbau von Vertrauen in die Ergebnisse eines KI-Systems ist für eine positive Nutzererfahrung unerlässlich. Deshalb ist der Schritt "Strategie" so wichtig. In dieser Phase wählen die Nutzer ihre Bewerbungsstrategie aus.
Die KI schlägt eine auf den Nutzer zugeschnittene Strategie vor, die sich auf die Stellenbeschreibung, die Angaben im Lebenslauf und die Erkenntnisse aus den E-Learning-Aktivitäten stützt. Die von der KI empfohlene Strategie wird links begründet, um dem Nutzer zu zeigen, wie diese auf seine spezifische Situation zugeschnitten wurde.
Der Kunde nutzte den von mir erstellten Prototyp, um eine Runde von Usability-Tests durchzuführen.
Die Tests deckten einige Probleme vor allem in Bezug auf Formulierung auf.
Die meisten Verständnisprobleme für die Nutzer traten während des Download-Prozesses für die fertige Bewerbung auf.
Während der Teambesprechungen arbeitete ich mit dem leitenden Entwickler zusammen, um jeden Schritt gründlich zu analysieren und potenzielle Risiken und Möglichkeiten für schnelle Erfolge und Verbesserungen zu ermitteln.
Einige der Änderungen, die wir vorgenommen haben:
Wir haben die Auswahl des Lebenslaufs des Nutzers an den Anfang des Prozesses gestellt, um ihn als Grundlage für die KI-Analyse zu nutzen, insbesondere wenn mehrere Lebensläufe vorhanden sind.
Mit dieser Änderung entfiel jedoch die unmittelbare Befriedigung, die KI in Aktion zu erleben, was ein erheblicher Nachteil ist.
Um dies abzumildern, haben wir ein animiertes Banner am oberen Rand des Bildschirms eingeführt, um anzuzeigen, dass die KI aktiv im Hintergrund arbeitet. (Weitere Tests sind erforderlich, um seine Wirksamkeit zu gewährleisten.)
Ursprünglich hatte ich geplant, dass die Bewerbung automatisch in den Download-Ordner des Benutzers heruntergeladen wird und nach Abschluss ein Erfolgsbanner angezeigt wird, das den Benutzer zum Hub zurückbringt.
Dieser Ansatz erwies sich jedoch für viele Tester als verwirrend, da sie sich nicht sicher waren, ob etwas heruntergeladen worden war und wo es zu finden war.
Um dieses Problem zu lösen, haben wir einen zusätzlichen Schritt eingeführt, in dem der Benutzer den Speicherort für den Download angibt.
Der Gedanke, nur ein URL-Feld auf der Eingabeseite des Bewerbungshelfers zu haben, war zunächst verlockend, brachte aber letztlich einige Herausforderungen mit sich:
Gojara verwendet das neueste GPT-Modell zur Analyse von Stellenbeschreibungen, zur Entwicklung einer gut strukturierten Bewerbungsstrategie und zur Erstellung von Anschreiben.
Um dies zu erreichen, habe ich verschiedene Prompting-Techniken eingesetzt, die zusammenarbeiten, um das Endergebnis zu erzielen. Dazu gehören mehrere Runden des Persona Promptings, bei dem GPT bestimmte Rollen übernimmt, bevor es die zugewiesenen Aufgaben durchführt.
Unsere derzeitige Version ist sehr vielversprechend, aber natürlich werden wir sie im Laufe der Zeit kontinuierlich verfeinern und verbessern.
Leider kann ich keine spezifischen Details zu den Prompts und der Methodik, die wir bei der Erstellung der Analyse und des Anschreibens anwenden, weitergeben.
Nach der Produkteinführung hatte Gojara die Möglichkeit, umfangreiche Tests mit B2B-Kunden durchzuführen. Aufgrund der hohe Resonanz und des ausgezeichnete Feedbacks eröffnen sich Gojara einige Chancen für eine Zusammenarbeit.
Bei diesen Tests wurde immer wieder ein wichtiges Problem angesprochen, das durch die von Gojara gesammelten Daten bestätigt wurde.
Aus praktischen Gründen haben wir zunächst den Lebenslauf-Generator und den Bewerbungshelfer in die E-Learning-Plattform integriert, wobei letzterer als zentrale Komponente dient.
Dieser Ansatz führte jedoch zu Verwirrung bei den Nutzern, da sie ein 3-in-1-Tool erwarteten, aber in erster Linie auf den E-Learning-Aspekt stiessen.
Um dieses Problem zu lösen, haben wir beschlossen, die Plattform umzustrukturieren und eine Hauptseite einzuführen, die als Ausgangspunkt für die verschiedenen Bereiche der Plattform dient. Ziel dieser Änderung war es, den Nutzern eine klarere und intuitivere Navigation zu ermöglichen.
Das Hauptaugenmerk der Hauptseite sollte sich auf den Bewerbungshelfer und das E-Learning-Erlebnis richten.
Wir haben auch versucht, den Nutzern klare Anweisungen zur Verwendung des Bewerbungshelfer zu geben, indem wir insbesondere auf die Notwendigkeit hingewiesen haben, mindestens einen Lebenslauf mit dem Lebenslauf-Generator zu erstellen.
Es ist fantastisch mitzuerleben wie ein Projekt auf sinnvolle Art wächst. Das positive Feedback, das wir von Nutzern und potenziellen Investoren erhalten haben, ist sehr motivierend.
Die Anpassungen, die an der Struktur der Website vorgenommen wurden, unterstreichen, wie wichtig es ist, nicht nur neue Funktionen zu testen, sondern auch, wie sie sich in den bestehenden Rahmen einfügen.
Angesichts der Dringlichkeit, das Produkt schnell auf den Markt zu bringen, erkennen wir an, dass das, was wir jetzt haben, ein Minimum Valuable Product (MVP) ist. Wir sind uns der Notwendigkeit bewusst, die Plattform in der Zukunft weiter zu verbessern und zu verfeinern.